TAKE NINAGAWA
Take Ninagawa Japan, Tokio:
Da ich mich bei meiner Recherche zur Art Basel vor allem mit den Galerien beschäftigt habe, die in den Komitees sitzen, hat es vor allem eine Galerie aus Tokio auf meine Liste geschafft. Obwohl Tokio oder eher gesagt Japan einen größeren Markt für Keramiken als Kunst hat, hat die Galerie Take Ninagawa ein interessantes Repertoire, vor allem an konzeptioneller zeitgenössischer Kunst.
Zuerst muss ich jedoch sagen, dass der Weg zu dieser Galerie schon eine Story wert ist. Denn es war schon mein zweiter Versuch, diese Galerie überhaupt erstmal zu finden. Beim ersten Versuch hatte die Galerie wegen eines Ausstellungswechsels geschlossen. Und beim zweiten Versuch bin ich mitten in einen Hurricane geraten.
Als ich durchnässt in der Straße der Galerie angekommen war, stand ich ratlos da. Der Ort wirkte eher wie ein abgelegener Wohnort. Ich schaute mich um und plötzlich klingelte ein schwarzes Haustelefon, das auf einem einzelnen Stuhl vor einer Haustür stand. Eine junge Frau in einem Blumenkleid und mit Hornbrille öffnete die Tür, es war die Galerieassistentin Simone. Ihre Kollegin Anna zeigte mir dann die neuen Räumlichkeiten der Take Ninagawa Galerie. Es handelt sich um einen fast schon kühl wirkenden und minimalistisch gehaltenen Raum. Die Kunstwerke waren im Raum so positioniert, dass sie sich gegenseitig nicht zu stark beeinflussen und man sie als einzelnes wahrnehmen konnte. Take Ninagawa ist gleichzeitig die Chefin der Art Week Tokyo, die jedes Jahr im November stattfindet.
Exhibition "15” at Take Ninagawa Art Gallery in Tokyo, Japan
In diesem Jahr belegt sie Platz 93 auf der Liste der einflussreichsten Personen der ArtReview 100. Dabei wird Kunst von etablierten, von japanisch stämmigen Künstler:innen bis hin zu internationalen Künstlern wie dem in Derek Jarman ausgestellt oder der deutschen Künstlerin Charlotte Posenske aus Wiesbaden.
Als Galerieassistentin fand ich es super spannend, zu sehen, wie andere Galerieassistentinnen ihre Arbeit machen. Anna war aber super offen und wirkte gleichzeitig professionell und informiert.
Was ich zur bisherigen Kunstwelt in Japan noch hinzufügen kann, ist, dass es nicht so einfach ist, englischsprachige Galerien oder gar Kunstkritiken zur zeitgenössischen Kunst aus Japan zu finden. Im Großen und Ganzen wirkt die zeitgenössische Kunst in Japan noch sehr exklusiv.
Vielleicht wird sich das ja bald ändern oder vielleicht ist es ja auch gewollt…
Edel Bode