ART BASEL 2023 (Basel)
Im Juni 2023 hatte ich die Ehre, das erste Mal die Art Basel sogar in Basel besuchen zu können. Durch meine Galerie, in der ich Arbeite, konnte ich meinen Chef dorthin glücklicherweise günstig (kostenlos hehe) begleiten. Ansonsten wäre das Ticket mit etwa 50€ pro Tag doch schon ziemlich teuer geworden. Es ist eine gute Möglichkeit die berühmtesten und erfolgreichsten Kunstgalerien weltweit auf einem Haufen zu sehen. Meine Erwartungen waren deshalb ziemlich hoch! Aber da ich an einem Sonntag die Messe besucht habe, war ich mir nicht einmal so sicher ob ich jetzt die eigentlichen Highlights nicht sogar schon verpasst hatte. Denn am Donnerstag, am Tag der großen Eröffnung, stürzen sich die Sammler:innen auf die beliebtesten Werke. Die wirklich große Messe ist unter verschiedenen "Sektionen" unterteilt und man musste sich zuerst einen Überblick verschaffen. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht doch Sinn macht, sich vorher ein paar interessante Galerien und Künstler:innen raus zu suchen, denn schon nach einer halben Stunde Rumlaufen waren meine Sinne schon total überflutet.
Ein paar Galerien wie zum Beispiel Pace, Perrotin, Zwirner, Hauser und Wirth und natürlich White Cube und Co. hatten die besten Plätze und die meisten Quadratmeter direkt nach dem großen Eingang. Dort konnte man Werke von zeitgenössischen Berühmtheiten wie Anish Kapoor, Yayoi Kusama, Chiharu Shiota und Louise Bourgeois finden.
Gefreut habe ich mich persönlich auf die Galerie Barbara Wien (die zusammen mit einer meiner derzeitigen Lieblingskünstlerinnen Haegue Yang im Februar in Sao Paulo war), HUA Gallery aus Shanghai, allgemein die Unlimited Section und natürlich musste ich meine Freundin Simone und Ihre Kollegin Anna aus der Galerie Take Ninagawa aus Tokyo besuchen.
Auffällig oft konnte man Werke von Alexander Calder, Basquiat und Fontana finden. Außerdem war das teuerste Werk mit einem (öffentlich bekannten) Rekordwert von circa 60 Mio. Euro ein Werk von Mark Rothko.
Im großen und ganzen kann ich sagen, dass es nicht viel gab wo ich sagen würde, das ist pothässlich (außer von Galerie Almine Rech aber die sind ja quasi schon bekannt dafür und ich mags trotzdem) aber ich bin nach einer Weile auch nur noch im Schnellschritt durch die Messe gelaufen, um zumindest mal alles gesehen zu haben. Eine Messe ist halt am Ende des Tages da, um etwas zu kaufen und weniger um die ganze Kunst an sich zu "genießen". Trotzdem würde ich es definitiv die Art Basel im Jahr 2024 wieder besuchen oder hoffentlich selbst schon bald für eine Galerie dort arbeiten.
Einen "Geheimtipp" kann ich trotzdem noch geben. Basel Social Club ist in einem externen Gebäude zu finden und dient als sozialer Treffpunkt für alle Kunstliebhaber:innen. Und wenn man auf eine Art Basel Party gehen möchte, dann findet man gerade DORT Anschluss und sollte aber zumindest von Anfang an dabei sein! Denn an dem Freitag findet immer die berühmte Foundation Beyerle Party statt und die DARF man wirklich nicht verpassen.
Ein paar Lieblingswerke:
Chapter NY: Stella Zhong
(statement Section)
Fand ich einfach geil, weil es ein Kunstwerk war worauf man sich komplett einlassen konnte. Es war eine Skulptur die interaktiv war mittels mini Videoinstallation . Die. ganze Booth war nach dieser einen Skulptur ausgerichtet (Statement Section) und die Arbeit lädt dazu ein sich unter den weißen geknickten Chip zu legen, um die analoge Videoinstallation anschauen zu können. Auch ein Komitee Mitlied der Art Basel Hong Kong fand die Arbeit besonders spannend.
“Rare Tilt” by Stella Zhong (Chapter NY)
Jeffrey Deitch: Isabelle Albuquerque
Jeffrey Deitch hat neben Refik Anadol und weiteren Berühmtheiten die Künstlerin Isabelle Albuquerque ausgestellt. Ihre Arbeiten haben sowieso einen extrem hohen Wiedererkennungswert und auch für die Besucher:innen der Art Basel war es eines der meistfotografierten Kunstwerke.
Isabelle Albuquerque - “Orgy for Ten People in One Body (Jeffrey Deitch)
Barbara Wien / Kukje Gallery: Haegue Yang.
Die Verwendung von alltäglichen Materialien wie zum Beispiel eines Wasserhahndrehgriffes oder einer herkömmlichen Bürojalousie machen die Arbeiten von Haegue Yang für mich besonders interessant. Die roten Glocken, die in der Arbeit unten zu sehen sind, konnte man durch andrehen der Skulptur zum läuten bringen. 2023 hatte sie auch eine große Soloshow in der Pinacoteca de São Paulo.
Haegue Yang - Galerie Barbara Wien
Galerie Buchholz: Anne Imhof
Anne Imhof kennt man vorallem durch Ihre Performance Arbeit “FAUST” auf der Venedig Biennale 2017. Ihre Arbeit auf der Art Basel fand ich als eines der wenigen Leinwand Arbeiten ich am liebsten direkt mit nach Hause nehmen wollte.
Anne Imhof - Galerie Buchholz
Die Unlimted Section kuratiert von Giovanni Carmine (Direktor der Kunst Halle Sankt Gallen) war wirklich in jeder Instagram Story zu sehen und das auch zurecht! Die große Halle war auch einfach ein guter Ausgleich zu den kleinen Booths und fast alle Werke die sich dort befanden fand ich großartig.
Und was ich auch megacool fand war, dass die Artmagazine wie Spike, Artforum und co. eine eigene Sektion auf der Art Basel hatten und man sich wirklich zu einem Schnapperpreis sich dort einkaufen konnte.
Ich freu mich auf die nächste Art Basel!
Edel Bode